STEALTH:unlimited (Rotterdam/Belgrad)

Stealth bezeichnet sich als Praxis. Stealth entwickelt „devices, that can take the form of a specific intervention“ (in physischen Raum, durch Wissensgenerierung oder Softwareentwicklung).
Stealth beschäftigt sich in Ausstellungen mit dem Thema der Inkonsistenz und der Komplexität der zeitgenössischen Stadt.  



Bei ihrem Projekt namens Interim – Stealth beschäftigt sich mit Zwischenräumen. Hier fallen Begriffe wie Zwischennutzung, womit, ohne das Wort direkt zu verwenden, auch Gentrifizierung angesprochen wird. Die Verwendung von Zwischenräumen soll Notlösungen oder Provisorien entgegengesetzt werden.
Urban space wird zur Ressource und die Stadt als eine Maschine betrachtet, die mittels ground up (bottom up) transformative Prozesse hervorbringt, die aufgegriffen werden müssen um zu Design Strategien weiterentwickelt werden zu können.
Bei ihrem Projekt Wild City versucht Stealth scheinbar chaotische Stadtentwicklungen und Tendenzen (in Bezug auf Handel, Wohnen, Services, und co.) zu untersuchen und darzustellen. Sie arbeiten mit Grafiken und Abbildungen. Wild City geschah vor dem Hintergrund der urbanen Transformation Belgrads in den 1990er, als sich hybride Strukturen herausbildeten, in denen Selbstorganisation eine wichtige Rolle spielte. Um dies genauer zu untersuchen und visuell festzumachen wurden auffallenden Veränderungen entlang der Straßenbahnlinie 5 verzeichnet.
Design – 'street trade', 'illegal housing production' , 'inversion of institutions' und 'decentralization in public services' sind beobachtete und dokumentierte Phänomene der Aneignung der Stadt. Diese Mechanismen wurden urban genetics getauft. Die Grafiken erinnern an Visualisierungen von Zellen. Die Phänomene weisen, oft im Gegensatz zu etablierten Instanzen, eine hohe Flexibilität auf, wodurch sie schwerer zu fassen oder gar zu zerstoßen wären, so Stealth.
Ein anderes Projekt – CtCB (Challenging the Conservative Brain), das an der ‚School of Missing Studies’ in München stattfand, untersucht mit Methoden aus dem Feld der Neurowissenschaften und der Künstlichen Intelligenz versteckte parallele kulturelle Praktiken. Deren Einfluss auf die Stadt wird modellartig dargestellt. Vier Initiativen folgten dieser Untersuchung, die folgende Problematiken adressieren: Das Bedürfnis nach leistbarem Raum für professionell-Kreative, das Fehlen einer Wissensinfrastruktur über kulturellen Aktivismus, die Notwendigkeit an Kommunikation und Vernetzung unterschiedlicher Kollektive in München und die Möglichkeit, öffentlich debattieren zu können.
Öfters wird von unplanning statt von der verbreiteten Tendenz des planning gesprochen.
Geht es also um das Ungeplante, assoziiere ich hiermit die „Pedagogy against the state“ oder auch „the pedagogy of the event“, da das Ungeplante auch das Potential des Risikos aufweist, das Potential, rhyzom-artige Strukturen hervorzubringen. Ein Rhyzom ist ein Geflecht, das Wurzeln schlägt und dich auf komplexe und schwer kontrollierbare Art ausbreitet. Geteilte Autor_innenschaft ist für Stealth ebenfalls von Bedeutung.
Aktivismus, sowie das Generieren und Erfahren physischer urbaner Räume hat für Stealth gegenüber Stadtforschung und visueller Kultur Vorrang. Hier wird demnach das Unmittelbare betont, die direkte Intervention.