CUP (Center for Urban Pedagogy, NY):

CUP ist eine Nichtregierungsorganisation, die im Bereich des civic engagement tätig ist. Kunst und Design sind per Selbstdefinition ihre Mittel. Der Raum, in dem CUP mit seinen Programmen agiert, ist kein separater Bildungsort, sondern der Lebensraum der Stadt selbst. Die kritische Pädagogik des Centers wird hier zum Medium, um urbane Funktionen, Zusammenhänge und Möglichkeiten des Mitgestaltens – und dessen Nutzung – zu untersuchen.
Forschung wird hier also schon zur aktiven Tätigkeit, einerseits, weil es Wissen generiert und anderseits, weil es eine selbstermächtigende Tätigkeit darstellt, die über gängige Vorstellungen von Bildung hinausgeht.
CUP fordert aber auch Mitspracherecht in der Stadtverwaltung, wo über Budgetierung verhandelt wird.
Programme werden in Schulen angeboten, um auf Projekt-Basis den Klassenraum zu verlassen und in direkten Kontakt mit städtischen Strukturen in NY zu kommen. Die Programme erreichen ca. 500 SchülerInnen pro Jahr. Fragen wie: woher kommt das Wasser, wohin geht der Müll, wer ist für öffentliche Bauten zuständig usw. werden behandelt. Dies geschiegt innerhalb ein paar Stunden, einer Woche oder bis zu einem Semester lang. In den Workshops entstehen Interviews, Videos und Magazine mit der Intention, ein möglichst großes Publikum zu erreichen (Publikationen, Screenings etc.).
In einem Kapitel namens „Ressources“ stellt CUP außerdem verschiedene Informationen in Form eines Lexikons alphabetisch zur Verfügung – Programme, Zentren, Konferenzen usw. werden angeführt.
Eines ihrer letzten Urban Research-Projekte namems „Tracked Fast“ beschäftigt sich mit der aktuellen Frage, wer darüber entscheidet, wohin die neue Subway-Station von New York gebaut werden soll und worum es primär geht, um die U-bahn oder die BewohnerInnen. Innerhalb dieser Untersuchung entstand auch eine Zeitung zum Thema Stadtplanung und Transport.
Community participation spielt bei CUP eine wichtige Rolle, wobei es hier zu einer Erweiterung des Akteur_innen-Begriffs kommt. Es geht bei CUP um kollektive Wissensproduktion.
CUPs Intention ist es, mittels Grafiken, Beschreibungen usw. komplexe urbane Themen verständlich zu machen. CUP arbeitet mit Jugendlichen, forscht, steht aber auch in der Praxis und entwickelt gemeinsam mit Teenagern sogenannte Werkzeuge – ortsspezifische ´teaching tools`, die ein „public engagement through civic education” möglich machen sollen. Die Projekte von CUP starten jeweils in der eigenen Nachbarschaft, in der Bronx.
Die Jugendlichen entwickeln ihre Fragen selbstständig, beziehungsweise in Zusammenarbeit mit den Kunstvermittler_innen – ein wichtiger Aspekt, geht es doch stark darum, wer Fragen stellt bzw. wessen Fragen beantwortet werden, aus denen Bedeutung extrahiert wird.
Wir lernen nicht isolierte Fakten und abstrakte Theorien, sondern im Zusammenhang mit unserem existenten Wissen und Verständnis. Bildung kann auch als das Verstanden werden, zu welchen Orten man Zugang hat, oder sich verschafft.
Dabei müssen die Fragen, wer initiiert diese Aktionen, aus welchen Bereich kommen die Akteure, in welcher Disziplin sind sie zu Hause, gestellt, nicht unbedingt aber beantwortet werden.
Learning is a social activity!

http://welcometocup.org

Urban practices

Beitrag von Lisa Stuckey